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Steine erzählen Geschichte. Ein Rundgang über den Altstadtfriedhof in Aschaffenburg.

Bereits seit mehreren Jahren bietet die Grundschullehrerin Monika Spatz im Rahmen des Führungsnetzes Aschaffenburg verschiedene Führungen über die Aschaffenburger Friedhöfe an. Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums erscheint nun ein Rundgang über den Altstadtfriedhof zu 30 Gräbern berühmter bzw. besonderer, aber auch unbekannter Persönlichkeiten erstmals als Buch. »Steine erzählen Geschichte« – eine etwas andere Begegnung mit der Aschaffenburger (Kultur)-geschichte. Erhältlich im Buchhandel oder über unseren Shop bei Amazon.

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Bibliografische Angaben

Monika Spatz: Steine erzählen Geschichte. Ein Rundgang über den Altstadtfriedhof in Aschaffenburg. Verlag RegioKom, 1. Auflage, Aschaffenburg 2009. 88 Seiten, durchgehend farbig. ISBN 978-3-9810660-7-4. Preis: 12,95 EUR (D)

Inhalt

Seit 200 Jahren finden Aschaffenburger Bürger auf dem Altstadtfriedhof ihre letzte Ruhestätte. Viele Grabsteine tragen bekannte Namen, wie z.B. Clemens Brentano, Friedrich Dessauer, Marilies Schleicher. Aber auch hinter unbekannten Namen verbergen sich Geschichten und Schicksale. Bei diesem Rundgang über den Altstadtfriedhof lernen Sie diese Menschen und ihre Geschichte(n) kennen. Das Buch enthält zahlreiche farbige Abbildungen sowie einen historischen Stadtplan und einen Übersichtsplan des Altstadtfriedhofs.

Leseprobe

Jean Vauchel
* 9. März 1782 in Offenbach
† 10. Januar 1856 in Damm

Jean Vauchel – eigentlich hieß er Johannes Cornelius Vauchel – war der Sohn eines französischen Graveurs, der als Emigrant in Offenbach lebte. Dort wurde Jean im Jahre 1782 geboren. Nach dem Ausbruch der französischen Revolution kehrte die Familie jedoch nach Frankreich zurück, und Jean ging bei einem berühmten Geigenmacher in die Lehre.
Bald darauf wurde er Hofgeigenmacher von Jerome Bonaparte, einem Bruder Napoleons, der in Kassel regierte. Ab dem Jahre 1812 ist Vauchel dann in Würzburg zu finden, wo er erneut Hofgeigenmacher wurde, später sogar in königlich bayerischen Diensten.
1853 zog Vauchel, schon über 70 Jahre alt, schließlich von Würzburg nach Schweinheim. Doch dort hielt es ihn nicht lange, denn die Schweinheimer Buben ärgerten seine Tauben. Und so zog er wieder um, weiter nach Damm, das wie Schweinheim damals noch ein eigenständiger Ort war.
Jean war ein Sonderling und pflegte keinen Umgang mit der Nachbarschaft. Doch jeder in Damm kannte ihn – eine große hagere Gestalt in langem Gehrock und mit braunem Zylinder. Seine handwerkliche Sorgfalt und sein überaus feines Empfinden für Material und Form führten dazu, dass man ihn zu den genialsten Geigenmachern seiner Zeit zählte. Seine Instrumente wurden nicht unter 800 Gulden verkauft, und sogar Paganini soll von seinen Geigen geschwärmt haben. Vauchel lebte in guten wirtschaftlichen Verhältnissen. Er war sich des Wertes seiner Geigen durchaus bewusst und ließ nicht mit sich handeln. Aus Zorn über einen feilschenden Kunden soll er sogar einmal die bestellte Geige vor dessen Augen in tausend Stücke zerschlagen haben.
Im Januar 1856 starb Jean Vauchel. Obwohl in Damm lebend, war es sein Wunsch gewesen, in Aschaffenburg begraben zu werden. So trugen also sechs Männer bei starkem Glatteis den Sarg von der Mühlstraße bis hin zum Karlstor. Von dort geleiteten ihn zusätzlich noch drei Geistliche zum Friedhof. Vauchels Grab geriet später in Vergessenheit und wurde sogar neu belegt. Erst 1911 fand es Dr. Julius Krieg wieder, ein gebürtiger Dämmer, der sich mit Vauchels Lebensgeschichte befasst hatte. Damals ließ der Magistrat der Stadt Aschaffenburg auch den jetzt noch bestehenden Grabstein setzen.

Presse

"Es gibt keine Schule, die mehr lehrt als ein Friedhof", sagt ein philippinisches Sprichwort. Insofern passt es nicht schlecht, wenn eine Lehrerin von einem Friedhof und seinen Berühmtheiten erzählt. (...) Das Büchlein ist also eine Mischung aus Bild- und Geschichtenband, das zu einem "Rundgang über den Altstadtfriedhof in Aschaffenburg", so der Untertitel, einlädt. Besonders die aufwendige und stimmungsvolle grafische Gestaltung fällt auf. Monika Spatz setzt damit literarisch fort, was sie seit fünf Jahren für das Führungsnetz Aschaffenburg macht: vom Friedhof und seinen Menschen erzählen.
(Susanne von Mach / Main-Echo, 21.10.2009)

Zum 200. Jubiläum in diesem Jahr veröffentlichte die Grundschullehrerin Monika Spatz, die seit vielen Jahren Führungen über die Aschaffenburger Friedhöfe anbietet, ihr Erstlingswerk "Steine erzählen Geschichte". Es erinnert an bedeutende Persönlichkeiten wie den Dichter Clemens Brentano oder den Physiker Friedrich Dessauer, aber auch an unverwechselbare Aschaffenburger Originale wie etwa den Geigenbauer Jean Vauchel oder die Weinstubenbesitzerin Magda Kitz. Spatz hat sich in ihrem unterhaltsamen wie informativen Bild- und Geschichtenband auf 30 Gräber beschränkt. Die Autorin bietet dabei dem Leser außerdem einen kurzen Überblick über die zweihundertjährige Geschichte des Friedhofs, der aufgrund seiner kulturgeschichtlichen Bedeutung schon vor etlichen Jahren unter Denkmalschutz gestellt wurde. (FAZ / Rhein-Main-Zeitung, 14.10.2009)

 

Monika Spatz: Steine erzählen Geschichte
Verlag RegioKom GbR
info@verlagregiokom.de